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Kind und Hund - ein Vergleich:
Das Lernvermögen, also die Auffassungsgabe eines Hundes, ist mit dem eines Kleinkindes vergleichbar. Einige Anforderungen, die Kleinkind und Hund Sie stellen, sind ähnlich: sie lernen am besten in entspannter Atmosphäre, erlernen komplexe Aufgaben in kleinen Schritten - und das mit viel Geduld, Lob, Wiederholungen und ganz besonders durch Konsequenz.
"Behandeln Sie ihren Hund nicht wie ein kleines Kind!", wer so etwas sagt, hat keine Ahnung von Hundeerziehung!

Kleinkind und Hund stellen also ganz ähnliche Ansprüche an Umgang, Erziehung und Familienführung. Antiautoritäre Erziehung führt zu Unsicherheit, mangelndem Selbstbewußtsein und verhindert ein Grundvertrauen durch eine fehlende feste Struktur innerhalb der Familie.

Um Mißverständnissen vorzubeugen: es geht nicht darum, dass Sie alle Entscheidungen treffen, sondern darum, dass Sie die wichtigsten Entscheidungen treffen und Ihren Entschluß dann auch konsequent durchsetzen.

Wie lernen Hund und Kleinkind? In kleinen Schritten mit großen Erfolgserlebnissen!
Sie möchten, dass Ihr Hund auch unter großer Ablenkung sofort zu Ihnen kommt, wenn Sie ihn rufen? Auf dem Übungsplatz lassen Sie ihn mit anderen Hunden spielen und rufen ihn ab. Wenn er nicht folgt, gehen Sie drohend auf ihn zu, "verjagen ihn" , treiben ihn also vor sich her, werfen mit der Klapperdose oder einer Wurfkette... Nachdem Sie sich wie ein Idiot benommen haben (jedenfalls aus Hundesicht) verhindert ein Zaun die weitere Flucht Ihres Hundes. So, jetzt haben Sie es ihm aber mal richtig gezeigt und er darf endlich zu Ihnen kommen... Erwarten Sie tatsächlich, dass Ihr Hund zukünftig von sich aus Ihre Nähe sucht oder dass eine derartige "Ausbildung" ein sofortiges Kommen ermöglicht?

Wie machen Sie es denn nun richtig? Genau so, wie Sie Ihrem Kind das Zählen von 1 bis 10 beibringen! Wenn es gerade erst gelernt hat, Mama zu sagen, dann fordern Sie die schwierige Aufgabe des Zählens ja auch nicht ohne vorheriges Üben, während im Fernseher gerade eine Kindersendung läuft. Setzt es eine Ohrfeige, schimpfen Sie wütend herum und schubsen Ihr Kind vom Küchenstuhl, weil es am Anfang nur bis 4 kommt und erwarten, dass es einmal ein Mathegenie wird? Na, also!

Hundeerziehung findet im täglichen Umgang mit dem Hund statt! Lernen tut der Hund also ständig wenn er mit seinen Menschen zusammen ist und nicht nur einmal am Wochenende auf einem Übungsplatz.

 

Hunde und Kinder wollen lernen; sie brauchen geeignete Aufgaben und Erfolgserlebnisse um glücklich und zufrieden zu sein. Sie wollen gefördert und gefordert werden und lernen gerne und sehr schnell, wenn ihnen das Üben Freude macht!

Das Kind hat im Gegensatz zum Hund einen entscheidenden Vorteil: es wird irgendwann erwachsen und selbständig. Auf dem Weg dorthin bieten sich viele Chancen (Kindergarten, Schule, Freunde...), eine vorher fehlende oder falsche Erziehung zu kompensieren. Diese Chance hat ihr Hund nicht!